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Was Welpe nicht lernt ...?

Hunde aus dem Tierschutz sind unsozialisiert und tun sich schwer, etwas zu lernen und sich in unseren Alltag einzufügen. Ist das so? Hundetrainerin, Tierschützerin und Fachbuchautorin Cornelia Schölwer (siehe Buchtipps) hat dazu eine ganz andere Meinung.

Wenn ein Hund nicht von Beginn an ordentlich erzogen wurde, wird das nichts mehr. Was ist Deine Meinung zu dieser Aussage?

Stimmt meiner Meinung nach nicht. Es kommt immer auch auf den Charakter des Hundes an und wie ich als Hundeführer gelernt habe, ihn zu motivieren. Für mich spielt das Alter eines Hundes dabei keine Rolle


Welches Verhalten kann ich noch „umprogrammieren“ und welches nicht?

Auch da gilt: Weiß ich, welche Vorlieben mein Hund hat, dann kann ich auch jede Verhaltensweise umprogrammieren. Dabei spielt eine ganz große Rolle die Beobachtung meines Hundes.


Kann ein älterer Hund noch etwas völlig Neues lernen?

Ganz kurz: Ja kann er.

Falls ja, wie muss ich vorgehen oder wie gehst Du als Trainerin vor?

Bei älteren Hunden sollte ich auch meinen Hund genau beobachten, um ihn und seine Verhaltensweisen einschätzen zu können. Wie beim Menschen sollte der Hundeführer für ältere Hunde mehr Geduld mitbringen. Sie brauchen einfach etwas länger als junge Hunde.


Was empfiehlst Du Adoptanten von älteren Hunden aus dem Tierschutz, die noch nichts kennen und können?

Geduld, Geduld und nochmals Geduld.

Erst einmal Geduld, um den Hund genau zu beobachten.

Geduld, um das Vertrauen aufzubauen.

Geduld, um dieses Vertrauen in eine gegenseitige Bindung umzuwandeln (kommt darauf an, wie der Hund „tickt“).

Gibt es Hunde, bei denen jeder (Um)Erziehungsversuch vergeblich ist?

Niemals.


Was können wir alle für eine bessere Beziehung zu unserem Hund tun?

Der Mensch sollte sich viel mehr in Geduld üben. Hunde sind nicht in vier Wochen der perfekte Wegbegleiter. Das erfordert auch die Arbeit des Menschen. Und sei es, dass man den Hund zunächst ignoriert, nicht anschaut und nicht anfasst. Das ist natürlich anfangs schwer, aber es wird im Nachgang mit uneingeschränktem Vertrauen belohnt. Je mehr wir über den Charakter des Hundes wissen und ihn einschätzen können, je mehr kann er ein glückliches Hundeleben führen. Und das ist es doch, was wir wollen.





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