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Vom Asyl- zum Kinderhospizhund (Beitrag von Gina Weigelt)

Aktualisiert: Juni 8

Hallo,

das auf dem Bild bin ich, ein kleiner Dackelmix, und komme ursprünglich aus Kroatien. Da hörte ich noch auf den Namen Nadalina. Doch das sollte sich bald ändern und das möchte ich Euch in meiner Geschichte erzählen.

Meine ersten 3 1/2 Jahre in Kroatien waren nicht besonders schön und irgendwann landete ich mit meinem Sohn Gott sei Dank im Tierschutz von

Lesika. Dass ich damit in eine neue Familie nach Deutschland kommen sollte, war für die vom Tierschutz klar. Doch ich hatte so viele Fragen! Wo ist Deutschland, was wird das für eine Familie sein und wie würden sie mich aufnehmen? Diese neue Familie sind Gina & Horst Weigelt aus einem kleinen Ort in Niedersachsen. Sie haben bereits eine Hündin (Beagle), die auf den Namen Emma hört.

Emma wurde auf einmal sehr krank. Sie hatte einen Schlaganfall und konnte kaum noch etwas alleine. Da entschlossen sich Frauchen und Herrchen auf Anraten der Tierärztin für einen zweiten Hund, der gut zu Emma passt und sie wieder zu normalen Dingen anleitet. Der zweite Hund sollte aber kein Welpe sein und nicht zu groß. Nach einigen Gesprächen mit Lesika und langem Suchen fanden sie letztendlich mich.

Als sie sich für mich entschieden hatten, gaben sie mir den Namen Naja, was soviel bedeutet wie „Kleine Schwester“, und das sollte ich für Emma werden. In meinem Ausweis stehe ich als Naja-Nadalina.

Am 19. September 2020 war der große Tag endlich gekommen. Es ging mit dem Transport und vielen anderen Hunden aus dem Tierschutz auf eine aufregende Fahrt in ein neues Leben.

Am Zielort angekommen wurde ich von Frauchen in Empfang genommen. Wer von uns Beiden aufgeregter war, kann ich heute nicht mehr sagen. Nach Erledigung aller Formalitäten ging es dann nochmals auf eine vierstündige Autofahrt in mein neues Zuhause. Ich lag auf einem großen, weichen Kissen neben Frauchen und doch traute ich mich erst nach einer halben Stunde, mich bei ihr anzukuscheln. Irgendwann spät Abends erreichten wir dann mein neues Zuhause und ich war immer noch aufgeregt und ängstlich.

Am nächsten Tag lernte ich dann meine große Schwester Emma kennen und da wusste ich, warum Frauchen und Herrchen mir den Namen Naja gegeben hatten. Eine kleine Schwester wollte ich für Emma sein! Wir brauchten nur einen Tag, um uns zu beschnuppern.

Seitdem gibt es uns nur noch im Doppelpack. Jeder der uns kennenlernt denkt, dass wir schon immer zusammen waren. Nach einer Woche lernte ich nach und nach den Rest der Familie kennen. Insbesonders die beiden Enkelkinder Anna und Davin haben es mir angetan. Bis dahin wusste ich gar nicht, dass ich Kinder so sehr liebe.

Seit ich hier bin geht es Emma auch wieder richtig gut und sie kann wieder vieles alleine, wie z.B. Treppensteigen. Da Frauchen ehrenamtlich im Hospiz- und Kinderhospizdienst tätig ist, kam die Idee auf, die Ausbildung zum Besuchshund zu absolvieren. Für diese Aufgabe bin ich nach der ersten Sichtung wohl geeignet und wenn Corona es zulässt, fängt im Juli die Ausbildung an!

Das ist meine bisherige Geschichte, die Beweis und Ermutigung sein soll, dass aus einem traurigen, ängstlichen Asylhund ein aufgeweckter und liebevoller Familienhund werden kann. Deswegen sollte man jedem Asylhund eine Chance geben, denn mit viel Liebe, Zeit und Verständnis für unsere Situation/Geschichte kann etwas Wunderbares entstehen. Ich bin der beste Beweis dafür.

Wenn es ein Paradies für Hunde gibt, ich habe es gefunden. Zum Ende meiner Geschichte danke ich allen von ganzem Hundeherzen für das was sie für mich getan haben und ich ein so schönes Zuhause gefunden habe.


Alles Liebe und ein lautes Wuff

Eure Naja Nadalina


Fotos: Regina Weigelt




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