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Traum(a)hund Leni

Seit kurzem verstärkt Tierschutzhund Leni das Praxis-Team von Ulrike Angermann in Hannover. Aus dem Asyl Spas in Varazdin in eine völlig neue Welt und dazu noch mit pädagogischen Aufgaben – (wie) kann das gehen?

Wann und wie kam Leni in Dein Leben und in Deine Praxis?

Leni kam am 12.02.2022 in mein Leben, schon 1,5 Wochen später hat sie ihren Job als „Therapeutin“ begonnen.


Wie war der Start als neue „Therapeutin“ in Eurem Team?

Sehr süß 😊 In unserem Bewegungsraum haben wir erst einmal Ballspiele mit ihr gemacht – damit sie sich an die Räumlichkeiten gewöhnt. Ihrer ersten Klientin ist sie nicht von der Seite gewichen. Sie hat die ganze Therapiestunde zu und auf ihren Füßen gelegen. Sie hatte ein unglaubliches Gespür für die Emotionen ihrer Klientin.

Was genau macht Ihr in Eurer Praxis? Wer kommt zu Euch?

Zu uns kommen traumatisierte Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Wir bieten neben unseren Gesprächen auch therapeutisches Boxen an. Darüber hinaus bilden wir Traumapädagog*innen, Systemische Traumatherapeut*innen, Deeskalationstrainer*innen und Boxtherapeut*innen aus.


Wie hilft Euch Leni bei der Arbeit konkret?

Leni strahlt eine unglaubliche Ruhe aus, das allein hilft unseren Klient*innen schon sehr. Insbesondere unsere Kinder sind ganz vernarrt in Leni. Ihr erzählen sie auch gern ihre Erlebnisse. Ich frage die Kinder dann z.B.: Was glaubst Du, was würde Leni jetzt antworten? So finden Kinder häufig eigene Lösungswege.

Hattest Du Bedenken, dass ein Hund aus dem Tierschutz der Aufgabe nicht gewachsen ist?

Ganz im Gegenteil: Gerade Tierschutzhunde sind ganz besonders sensibel und haben ein unglaubliches Gespür für ihr Umfeld. Nachdem ich bereits bei unseren ersten Spaziergängen gesehen habe, wie sie auf Kinder zugeht, wusste ich, dass wir sie gut in die Praxisarbeit integrieren können.


Woran merkst Du, dass sie Freude an der Aufgabe hat oder wann sie überfordert ist?

Leni freut sich über jeden, der zu uns kommt und bringt erst einmal ihre Spielzeuge und Kuscheltiere zu den Klient*innen, Teilnehmer*innen, Mitarbeiter*innen. Leni arbeitet max. 2 Tage / Woche in der Praxis und nicht mehr als 3 Stunden / Tag. Hunde nehmen Emotionen viel stärker wahr als wir, wir müssen sie hier einfach schützen. An ihren freien Tagen ist sie entweder in der Hunde-Kita oder mit mir im Büro.

Leni hat keine Ausbildung oder Erziehung genossen – merkt man das und wie gehst Du damit um?

Ich persönlich denke, dass wir Menschen die tiergestützte Ausbildung benötigen, die Hunde tragen das „Wissen“ eh bereits in sich. Sensibilität, Empathie und Humor kann man nicht lernen, davon bringt Leni genug mit 😊. Übrigens wird sie demnächst eine spezielle Ausbildung zum Praxishund für Menschen mit psychischen Erkrankungen bekommen.


Weitere Informationen zur Arbeit von Ulrike und Leni gibt es hier:

https://www.trauma-und-sport.de/




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